Scham in der sexualpädagogischen Arbeit

Zwischen Schutz, Intimität und professioneller Haltung

Scham gehört zu den grundlegenden Affekten sexualpädagogischer Arbeit. Sie zeigt sich dort, wo Körper, Intimität, Zugehörigkeit und soziale Normen berührt werden. Gerade im Sprechen über Sexualität wirkt Scham oft gleichzeitig als Schutzsignal und als Hemmnis: Sie markiert persönliche Grenzen, kann aber auch Ausdruck von Verunsicherung, Abwertung oder Beschämung sein.

In pädagogischen Kontexten ist Scham nahezu immer präsent. Oft leise, manchmal deutlich, selten ausdrücklich benannt. Sie zeigt sich bei Kindern und Jugendlichen ebenso wie bei Angehörigen und Fachkräften selbst. Wird sie vorschnell als bloßes Hindernis verstanden, gerät leicht aus dem Blick, dass Scham auch eine wichtige Funktion hat: Sie schützt Intimität, Würde und persönliche Grenzen.

Das Seminar lädt dazu ein, Scham differenziert zu betrachten: nicht als etwas, das einfach vermieden oder aufgelöst werden muss, sondern als bedeutsamen Bestandteil sexualpädagogischer Prozesse. Im Zentrum steht die Frage, wie Fachkräfte eine schamsensible professionelle Haltung entwickeln können, die Beschämung vermeidet, Schutzräume achtet und zugleich sprach- und handlungsfähig im Umgang mit Sexualität bleibt.

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Spannungsfeld von Nähe und Distanz sowie den oft unausgesprochenen Normen, die beeinflussen, was als angemessen, normal oder zu viel gilt. Auch typische Ausdrucksformen und Maskierungen von Scham, etwa Rückzug, Schweigen, Kichern, Coolness, Überanpassung oder Abwehr werden in ihrer Bedeutung für die Praxis in den Blick genommen.

Inhalte des Seminars
• Scham als relationaler und sozial geprägter Affekt
• Scham im Kontext von Körper, Sexualität und Intimität
• Die doppelte Bedeutung von Scham: Schutzfunktion und Hemmnis
• Abgrenzung von Scham und Beschämung
• Schamdynamiken in pädagogischen Settings erkennen und einordnen
• Reflexion eigener Haltungen, Unsicherheiten und normativer Vorstellungen
• Professionelle Orientierung für eine schamsensible sexualpädagogische Praxis

Leitfragen
• Was zeigt sich in Scham und worauf weist sie im pädagogischen Kontext hin?
• Wo schützt Scham Intimität, Würde und persönliche Grenzen?
• Woran lässt sich erkennen, dass Scham wirksam ist, auch wenn sie nicht benannt wird?
• Wie können Fachkräfte vermeiden, dass aus sensiblen Situationen Beschämung entsteht?
• Wie lässt sich im Spannungsfeld von Nähe, Distanz und Intimität professionell handeln?
• Welche Rolle spielen eigene Haltungen und gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen?

Ziele des Seminars
Die Teilnehmenden
• vertiefen ihr Verständnis von Scham im Kontext von Sexualität, Körper und Beziehung,
• erkennen schambezogene Dynamiken in ihrem Arbeitsfeld,
• reflektieren eigene Unsicherheiten, Haltungen und normative Prägungen,
• gewinnen mehr Sicherheit in der Gestaltung schamsensibler pädagogischer Prozesse,
• entwickeln Orientierung für einen professionellen Umgang mit sensiblen Themen, ohne zu beschämen.

Arbeitsweise
Das Live-Online-Seminar verbindet fachliche Impulse mit Reflexion, Fallbezügen und Austausch.

Zielgruppe
Sexualpädagogische Fachkräfte sowie Mitarbeitende aus Schule, Beratung, Jugendhilfe und verwandten psychosozialen Arbeitsfeldern.

Termine mit Anmeldemöglichkeit

Dozierende: Christine Hofstätter, Jörg Nitschke

Scham in der sexualpädagogischen Arbeit

Online

Termin:
03.06.2027 - 04.06.2027

03.06.2027: 09:00 – 16:00 Uhr
04.06.2027: 09:00 – 16:00 Uhr
jeweils eine Stunde Mittagspause

Ort:

Link wird bekannt gegeben

Kosten:

320,00 €
Bei Anmeldungen bis 22.04.2027: 272,00 €

Es sind noch
Jetzt anmelden! mehr als 5 Plätze frei (Anmeldeschluss: 28.05.2027, noch 368 Tage)



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