Abschied von Rita Süßmuth – einer klugen Wegbegleiterin und glaubwürdigen Verbündeten
Mit großer Dankbarkeit und Respekt nehmen wir Abschied von Rita Süßmuth, die im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Als Christdemokratin, Bundestagspräsidentin und engagierte Feministin hat sie Politik mit Haltung, Mut und Menschlichkeit geprägt – und dabei Spuren hinterlassen, die bis heute wirken.
Rita Süßmuth war überzeugt: Die wirksamste AIDS-Prävention ist Wissen, Offenheit und eine Sexualaufklärung, die Menschen ernst nimmt. In einer Zeit großer Verunsicherung setzte sie sich als Bundesministerin mit Nachdruck dafür ein, dass sexuelle Bildung gestärkt und als zentraler Bestandteil wirksamer Präventionsarbeit verstanden wird. Unvergessen bleibt ihr Satz: „Die Krankheit bekämpfen und nicht die Kranken.“ Damit stellte sie sich klar gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung und an die Seite der Betroffenen. Für dieses Engagement war sie Ehrenmitglied der Deutschen Aidshilfe. Die erfolgreiche HIV-Prävention der damaligen BZgA stellte sie unter das Motto: „Informiere dich, schütze dich, handle solidarisch“.
Aus dieser Haltung heraus unterstützte Rita Süßmuth ein Modellprojekt zur Entwicklung sexualpädagogischer Materialien für die außerschulische Jugendarbeit dem Institut für Sozialpädagogik der Universität Dortmund in Auftrag gegeben hatte. Die dort entstandenen Materialien wurden zu einem wichtigen Impuls für eine neue Offenheit und Qualität in der Sexualaufklärung. Inmitten der AIDS-Krise erlebte die Sexualpädagogik eine neue Aufmerksamkeit und gesellschaftliche Anerkennung – als Schlüssel für Prävention, Selbstbestimmung und Schutz. Dieser Aufbruch wirkte nachhaltig und trug dazu bei, dass sexuelle Bildung als eigenständiges Feld gestärkt und weiterentwickelt wurde. Die Gründung des Instituts für Sexualpädagogik war eine der Früchte dieser Entwicklung.
Auch nach ihrem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag blieb Rita Süßmuth eine engagierte Stimme für Gleichberechtigung, Teilhabe und soziale Verantwortung. Sie verband politische Klarheit mit Zugewandtheit und hatte den Mut, unbequeme Themen offen anzusprechen.
Wir verlieren mit Rita Süßmuth eine kluge Wegbegleiterin, eine glaubwürdige Verbündete und einen Menschen, der Vertrauen in Bildung und Aufklärung hatte. Ihr Wirken lebt weiter – in Haltungen, Konzepten und im Selbstverständnis einer Sexualpädagogik, die Schutz durch Wissen möglich macht.
Sie wird uns fehlen.
Sexuelle Bildung ist unverzichtbar
Wir sind ein engagiertes Team mit langjähriger Fortbildungserfahrung zu vielen sexualpädagogischen Themen.
Durch ein breites Angebot an Weiterbildungen, Seminaren und einer guten Vernetzung sowie durch Vorträge, Veröffentlichungen, Fachtage und individuelle Coachings qualifizieren wir in der sozialen Arbeit Tätige im Umgang mit sexueller Bildung in Theorie und Praxis.
Gemeinsam gegen rechte Angriffe auf die sexuelle Bildung!
Die zunehmenden rechten Angriffe auf die Sexuelle Bildung erfordern eine koordinierte, solidarische Antwort. Vertreter*innen der Fachverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol haben ihre Allianz wiederbelebt. Dazu veranstalten sie digitale Fachtagungen:
Save the date:
Achtung, Datumskorrektur:
25.02.2026, 9-13 Uhr: „Strategien und Solidarität – Gegenwehr vernetzt denken“
Eingeladen sind Menschen, die sich beruflich, organisatorisch oder in anderen politischen Kontexten für Sexuelle Bildung engagieren.
Anmeldung zu dem Treffen
Zur Vernetzung unserer sexualpädagogischen Arbeit sind wir Mitglied bei:






