Weiterbildung Sexualität und Behinderung (Zertifikatslehrgang)

für Mitarbeitende der Behindertenhilfe

Das Recht auf selbstbestimmte Sexualität gilt für Menschen mit Beeinträchtigungen wie für alle anderen auch. Jedoch fehlt es den Fachkräften in Einrichtungen der Behindertenhilfe oft an Know-How, eine sachkundige, unterstützende, rechtssichere und respektvolle Sexualitätsbegleitung zu bieten.

Die ausgeschriebene Weiterbildung qualifiziert Fachkräfte, sexuelle Selbstbestimmung in der Balance von fürsorgegeprägter Assistenz und Intimitätsachtung, von Grenzachtung und Förderangebot sowie auf Inklusion zielende Teilhabe zu gewährleisten und in den entsprechenden Arbeitsfeldern umzusetzen.

Die Qualifizierung umfasst acht Seminareinheiten mit insgesamt 215 Unterrichtsstunden. Im Mittelpunkt der Seminareinheiten steht die Reflexion der Praxisbezüge der Teilnehmenden. Neben Selbstreflexion und der fachtheoretischen Fundierung ist die Vermittlung methodisch-didaktischer Kompetenzen für die Sexualitätsbegleitung im Alltag integraler Bestandteil der einzelnen Seminareinheiten.

Die Weiterbildung richtet sich an Mitarbeitende aus Einrichtungen und Diensten, die Kinder, Jugendliche oder Erwachsene mit erhöhtem Unterstützungsbedarf aufgrund einer kognitiven, körperlichen oder einer psychischen Beeinträchtigung betreuen, pflegen oder begleiten.

Außer den Seminareinheiten sind Treffen für Praxisgruppen, Planung und Durchführung eines sexualitätsbezogenen Praxisprojekts und Eigenstudium zwischen den Seminaren Bestandteil der Weiterbildung.

Die erfolgreiche Teilnahme an der mit einem Kolloquium abschließenden Weiterbildung vermittelt eine sexualitätsbezogene Grundqualifikation und wird mit einem Zertifikat (Sexualpädagoge, isp bzw. Sexualpädagogin, isp) beurkundet.

Die Absolvent*innen erfüllen die Anforderung der Gesellschaft für Sexualpädagogik (gsp) für die erforderlichen Theorie-Einheiten und Praxisreflexion, um das Qualitätssiegel der gsp beantragen zu können.

Das Curriculum setzt sich aus folgenden Weiterbildungseinheiten zusammen:

1) Reflexion des Arbeitsfeldes und der Arbeitszusammenhänge im Hinblick auf Sexualität

  • Reflexion zentraler Aspekte von Sexualität, Sexualpädagogik und Behinderung
  • Themen und Anlässe für sexualitätsbezogene Begleitung; Ansicht der individuellen Arbeitszusammenhänge

2) Sexualitäten im Lebenslauf und Dimensionen sexualitätsbegleitender Einflussnahme

  • Biografieverläufe, Sexualität und Behinderung
  • Reflexion der eigenen Sozialisation; Identifikation der Einflüsse eigener Erfahrungen für sexualitätsbegleitendes Handeln
  • Kontaktaufnahme und Beziehungsgestaltung zwischen begleitender Unterstützung und Selbstbestimmung

3) Sexualitätsbegleitende Handlungskompetenzen I

  • Körper- und Sexualaufklärung
  • HIV/AIDS sowie Hepatitis und andere STIs: Vorkommen, Bedeutung und Prävention
  • Verhütung ungewollter Schwangerschaften

4) Möglichkeiten der Sinnes- und Körperarbeit

  • Erlebnisqualitäten der Sinne
  • Methodik und Didaktik der Sinnes- und Körperarbeit
  • Kommunikation mit Menschen mit mehrfachen Behinderungen und und daraus resultierenden Unterstützungsbedarfen
  • Umgang mit sexuellen Lebensäußerungen in der pflegerischen Begegnung

5) Sexualitätsbegleitende Handlungskompetenzen II

  • Methodenkompetenz für unterschiedliche Zielgruppen und Arbeitszusammenhänge
  • Sexualitätsbezogene Kommunikation und Vermittlung von Inhalten der Sexualaufklärung
  • Erarbeitung von Projektskizzen
  • Reflexion und Klärung des eigenen pädagogischen Stils
  • Rechtsinformationen

6) Herausforderungen für sexuelle Selbstbestimmung

  • Kinderwunsch und Elternschaft
  • Lustvolles Verhalten auf dem Prüfstand: Was geht (nicht)?
  • Sexuelle Assistenz und Prostitution

7) Sexuelle Grenzüberschreitungen und sexuelle Gewalt

  • Das Spektrum sexueller Grenzüberschreitungen
  • Umgang mit von sexueller Gewalt betroffenen Menschen
  • Nähe und Distanz im professionellen Alltag
  • Hilfs- und Präventionsangebote

8) Abschlusskolloquium und Reflexionen

  • Vorstellung und Reflexion der Praxisprojekte
  • Kolloquium
  • Gesamtreflexion und Zertifikatsübergabe

Die Weiterbildung wird von einem Team aus Dozent*innen des isp geleitet.

Termin:
Zeitraum: 24.01.2020 - 13.06.2021

24.01. – 26.01.2020 (3 Tage)
17.03. – 20.03.2020 (4 Tage)
19.06. – 21.06.2020 (3 Tage)
07.09. – 10.09.2020 (4 Tage)
20.11. – 22.11.2020 (3 Tage)
18.01. – 22.01.2021 (5 Tage)
21.04. – 23.04.2021 (3 Tage)
11.06. – 13.06.2021 (3 Tage)

Ort:
Akademie Frankenwarte

D-97082 Würzburg

Homepage des Tagungshauses

Kosten:

Die Seminargebühren betragen 4.690 Euro.

Frühbuchendenrabatt: bei Buchung bis 31.05.2019 betragen die Seminargebühren 4.390 Euro.

Eine Zahlung der Seminargebühren in Monatsraten ist möglich. Über die Konditionen informiert Sie die Geschäftsstelle.

Die Seminargebühren verstehen sich exklusive der Kosten für Unterkunft und Verpflegung.

Unterkunft im Einzelzimmer mit Verpflegung inklusive Pausenkaffee: 113,60 Euro pro Seminartag.

Das bedeutet für ein dreitägiges Seminar mit zwei Übernachtungen: 227,20 Euro.

Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden während der Seminare direkt mit dem Tagungshotel abgerechnet.

Eine Seminarteilnahme ohne Übernachtung ist grundsätzlich möglich. Die Verpflegungspauschale beträgt 70,00Euro pro Tag (ohne Frühstück, Abendessen inklusive)

Reduzieren Sie Ihre Teilnahmekosten:
NRW-Weiterbildungsschecks und
Bildungsprämie werden von uns angenommen.

Für eine begrenzte Anzahl von Teilnehmenden ist eine Ermäßigung der Seminargebühren aus sozialen Gründen auf Antrag möglich.

Aktuell sind nur noch Plätze auf der Warteliste verfügbar.


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